Grundlagen des Tarifmanagements

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be.ENERGISED stellt in der aktuellen Version eines der flexibelsten Tarif-Managementsysteme der Branche zur Verfügung. Die Software ist in der Lage, zeitgesteuert, stations- und kundenbezogen individualisierte Tarifkonstrukte automatisiert abzurechnen. Die umfangreiche Funktionsweise und auch die mögliche Flexibilität des Systems erfordern jedoch daher zu Beginn der Konfiguration eine detaillierte Planung der gewünschten Ergebnisse.

Für die Erläuterungen in diesem Artikel können Sie auch unser nachfolgendes Tutorial-Video ansehen, dass Ihnen die Einstellungen und Funktionen eindeutig erklärt:

Ergänzend zum Tutorial-Video erläutert dieser Artikel die grundlegende Funktionsweise des Tarifmanagements und erläutert die mit der Umsetzung verbundenen Arbeitsschritte.

Allgemeine Struktur

Das Tarifmanagement von be.ENERGISED setzt sich grundlegend aus 2 Bestandteilen zusammen:

  • Kostensätze
  • Tarife

Die Unterscheidung zwischen Kostensätzen und Tarifen ist daraufhin zurückzuführen, dass be.ENERGISED eine strikte Trennung zwischen den Gebühren an sich und der Anwendung der Gebühren vorsieht. Durch diese Trennung ist es möglich, Preisänderungen einfach und flexibel einzusteuern, ohne das Tarifsystem manipulieren zu müssen. Um die Tarife nachfolgend für Ihre Anforderungen passend konfigurieren zu können, müssen Sie die unterschiedlichen Eigenschaften der Kostensätze und Tarife berücksichtigen:

Kostensätze

Ein Kostensatz definiert ein Preiskonstrukt. Dies bedeutet schlichtweg, dass in einem Kostensatz die genauen Beträge definiert werden, die zur Anwendung gelangen sollen. Ein Kostensatz kann sowohl zeit- als auch leistungsbezogene Gebühren – oder eine Kombination daraus – beinhalten. Sie können sowohl bei zeit- als auch bei leistungsbasierten Kosten eine individuelle Kostenstaffelung hinterlegen.

Tarife

Ein Tarif definiert allgemein, zu welcher Zeit, an welcher Ladestation, welchen Kunden, etc. ein Kostensatz zur Anwendung gelangen soll. Damit können Sie festlegen, dass für eine Kundenkarte beispielsweise für AC Ladeanschlüsse der Kostensatz A, für DC Ladeanschlüsse jedoch der Kostensatz B zur Anwendung gelangen soll. Durch dieses Regelwerk können Sie die einzelnen Ladepunkte in Ihrer Infrastruktur flexibel mit individuellen Kosten und Gebühren hinterlegen.

Im Allgemeinen unterscheidet be.ENERGISED zwischen EMP- und CPO-Tarifen. Ein EMU Tarif definiert den Verkaufspreis von Ladevorgängen an den E-Mobilty User (Endkunde / Fahrer) und wird dann gewählt, wenn Sie Ihren Endkunden Ladevorgänge in Rechnung stellen möchten. EMP Tarife können ausschließlich auf Kundenkarten bzw. Autorisierungsmedien zugewiesen werden.

CPO Tarife definieren den Verkaufspreis eines Ladeanschlusses an einen Roaming-Partner (Dritten). Diese ermöglichen damit eine Abrechnung von B2B2C Ladevorgängen. CPO Tarife können ausschließlich Ladeanschlüssen zugewiesen werden. Zudem haben CPO Tarife auf eigene Kunden keine Auswirkung, sie wirken sich nur auf Vorgänge mit Dritten (Roaming-Ladevorgänge) aus.

Erste Schritte

Um in Ihrer Infrastruktur nun eine Abrechnung einzurichten gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Legen Sie jeweils einen Kostensatz für jede gewünschte Gebührenstruktur in der jeweils gewünschten Währung an. Klicken Sie hierzu im Menüpunkt „Kostensätze“ auf den Button „Kostensatz hinzufügen“.

  • Nachdem Sie einen Kostensatz angelegt haben finden Sie diesen in der Liste der Kostensätze. Klicken Sie nun auf den Button „Konditionen“ beim jeweiligen Kostensatz und erfassen Sie die zeitbasierten und leistungsbasierten Konditionen. Bitte beachten Sie auch, dass Sie für jede von Ihnen gewünschte Sprache die entsprechenden Beschreibungen und Erläuterungen erfassen. Der Endkunde sieht lediglich die Beschreibung des Kostensatzes in der mobilen App oder dem Kundenportal, Preiskonfigurationen werden nicht angezeigt.

  • Wenn Sie alle relevanten Kostensätze angelegt haben, wechseln Sie in den Menüpunkt „Tarife“ und legen Sie über den Button „Tarif hinzufügen“ einen neuen Tarif an.

  • Sie können über den Reiter Konditionen ebenfalls in die Detailkonfiguration des Tarifs gelangen. Konfigurieren Sie Ihren Tarif nun wie im folgenden Absatz beschrieben.

  • Achten Sie auch bei den Tarifen auf die Erfassung der Marketing-Daten. Die Beschreibung des Tarifs wird auf der Rechnung angezeigt.

  • Weisen Sie abschließend EMP Tarife einem Autorisierungsmedium, CPO-Tarife einem Ladepunkt zu, damit dieser Anwendung findet.

Tarifkonditionen für Verkaufspreise festlegen

Tarifkonditionen für Ladevorgänge werden durch das System nach der folgenden Vorgehensweise abgehandelt: Bei der Abrechnung eines Ladevorgangs versucht be.ENERGISED jeweils eine möglichst konkrete Einstellung zu finden, die für diesen Ladepunkt hinterlegt ist. Sie können über die Kalenderdarstellung die Gültigkeit von Kostensätzen zu bestimmten Zeiten und mit bestimmten Eigenschaften festlegen. Je konkreter eine Eigenschaft zutrifft, desto höher wird diese gewichtet. Das bedeutet, wenn auf einem DC Ladepunkt A eine Tarifkonfiguration für den Kostensatzkonfiguration „Lademodus DC“ und eine Kostensatzkonfiguration für den „Ladepunkt A“ gefunden wurde, so wird der Kostensatz für „Ladepunkt A“ verwendet, da dieser eine höhere Genauigkeit aufweist als „Lademodus DC“.

Wird kein Kostensatz für einen Ladevorgang gefunden, so wird der Standardkostensatz verwendet, ist auch der Standardkostensatz nicht konfiguriert, dann wird der Betrag 0 verwendet.

Bitte beachten Sie, dass Sie bei einem Tarif nur Kostensätze zuweisen können, die die gleiche Währung wie der Tarif aufweisen. Kostensätze mit abweichenden Währungen werden nicht angezeigt.

Tarifkonditionen für Einkaufspreise festlegen

Das Tarifmanagement unterstützt neben der Konfiguration der Verkaufspreise auch eine Hinterlegung der Einkaufskonditionen. Einkaufskonditionen für Ladevorgänge sind beispielsweise dann relevant, wenn Ihr Kunde einen Roaming-Ladevorgang bei einem fremden CPO durchführt. Bei einer detaillierten Pflege der Einkaufskonditionen ist es Ihnen nachfolgend zum Ende eines Monats möglich, die Abrechnungen von fremden CPOs einfach und schnell auf korrekte Abrechnungen zu überprüfen, da be.ENERGISED den Einkaufspreis für Sie für einen Ladevorgang ermittelt. Sie können jedoch auch beispielsweise Stromkosten in den Einkaufspreisen hinterlegen, um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung auf Ladevorgänge durchführen zu können. Technisch ist es für das System nicht notwendig, Einkaufskonditionen zu pflegen, dies dient lediglich der statistischen Auswertung.